Das Migros-Kulturprozent geht auf den Migros-Gründer Gottlieb Duttweiler (1888–1962) zurück. Der Unternehmer und Sozialpolitiker stellte kulturelle und soziale Ziele stets gleichberechtigt neben kommerzielle Ziele.
Gottlieb Duttweiler kam am 15.8.1888 in Zürich zur Welt. Er absolvierte eine kaufmännische Lehre beim Kolonialwarenhändler Pfister & Sigg und wurde Partner der Firma. Später führte er mit seiner Frau Adele in Brasilien eine Kaffee-Plantage.
Zurück in der Schweiz schuf er 1925 mit der Migros AG eine Verkaufsorganisation ohne Zwischenhandel. Deren Erfolgsgeschichte begann mit den berühmten Migros-Wagen: Sie verkauften Grundnahrungsmittel bis zu 40% günstiger als die Konkurrenz.
Vielseitiger Pionier
Später prägte Duttweilers sozialer Pioniergeist auch die Schweizer Politik. Der von ihm 1935 gegründete Landesring der Unabhängigen (LdU) errang auf Anhieb sieben Sitze im Nationalrat.
Der Idee einer sozialen Marktwirtschaft verpflichtete sich Duttweiler ebenso als Unternehmer. Er und seine Frau machten die Migros-Kunden zu Genossenschaftern und Miteigentümern.
Nachhaltige Wirkung
1941 formulierte Gottlieb Duttweiler erstmals die Absicht, einen festen Anteil des Migros-Umsatzes für kulturelle und soziale Zwecke zu verwenden. Die zehn Migros-Genossenschaften setzen sein geistiges Erbe bis heute um.
Gottlieb Duttweiler verstarb am 8.6.1962 in Rüschlikon bei Zürich.